08 Jul

Surface Go im Test: Mini-Tablet für Schule und Unterricht

Surface Go im Test

Das Surface Go ist das kleinste und günstigste Tablet von Microsoft. Das Gerät wird vor allem im Education-Bereich beworben. Ganze Schulklassen arbeiten bereits mit dem Surface Go. Doch reicht das Mini-Tablet für die Bedürfnisse von Lehrern und Schülern wirklich aus? Welche Möglichkeiten bietet das Surface Go für den Einsatz in Schule und Unterricht?

Meine persönlichen Eindrücke vom Surface Go beschreibe ich in diesem Blog-Artikel. Ich erläutere im Test die wichtigsten Vorteile und Nachteile des beliebten Tablet-PCs für den Schulalltag.


Wie mobil ist das Surface Go?

Das Surface Go wiegt 522 Gramm (ohne Zubehör). Es hat einen 10-Zoll-Bildschirm und ist damit etwas kleiner als ein Din-A4-Blatt. Die Größe erinnert an ein Taschenbuch.

Kleiner als ein Din-A4-Blatt: Surface Go im Größenvergleich

Im Vergleich mit dem erfolgreichen Surface Pro ist das Mini-Tablet also handlicher und spürbar leichter. Anders als der große Bruder lässt sich das Surface Go aber gut mit einer Hand halten. Wer sein Unterrichtsmaterial also zum Beispiel digital organisiert, kann sich mit dem Surface Go bequem durchs Klassenzimmer bewegen.

Digitale Notizen auf dem Surface Go

Das Touch-Display reagiert schnell und ist erfreulich hell. Der Bildschirm spiegelt ein bisschen, aber selbst draußen bei Tageslicht kann ich auf dem Surface Go alles gut erkennen.

Der Rahmen ist ziemlich breit. Das wirkt ein bisschen unmodern, ist im Schulalltag aber recht praktisch. Du kannst das Surface Go an jeder Seite festhalten, ohne den Bildschirminhalt zu verdecken oder versehentlich eine Programm-Aktion zu starten.

Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet – kein Vergleich zu den günstigen Plastik-Tablets anderer Hersteller. Beim Festhalten habe auch nicht das Gefühl, dass mir das Surface Go aus der Hand rutschen könnte. Ich verzichte auf eine Schutzhülle, die das Gerät schwerer machen würde. Für Schüler ist ein entsprechender Schutz aber sicher sinnvoll.


Surface Go mit Stift und Tastatur

Der Surface Pen macht das Surface Go zum digitalen Notizblock. Der Stift gleitet angenehm über das Display. Notizen und Skizzen sehen aus wie auf Papier.

Unterwegs mit dem Surface Go im Tablet-Modus

Durch die handliche Größe fällt mir die Stiftnutzung beim Surface Go noch leichter als beim größeren Surface Pro. Das spüre ich vor allem beim mobilen Einsatz, zum Beispiel unterwegs in Bus und Bahn.

Für das Surface Go gibt es auch ein Type Cover als Zubehör, also eine ansteckbare Tastatur. Sie macht das Gerät mit aufgeklapptem Ständer zum Mini-Laptop. Zugeklappt schützt sie das Tablet-Display beim Transport vor Kratzern.

Surface Go mit Type Cover als Mini-Laptop

Auf den ersten Blick wirken die Tasten des Type Covers ziemlich klein, auf den zweiten Blick auch. Man gewöhnt sich aber schnell ans Tippen. Beim Schreiben treffe ich mittlerweile mühelos die richtigen Buchstaben. Auch das Touchpad ist sehr gut nutzbar und groß genug.

Bei billigen Laptops habe ich mich oft über kleine und träge Touchpads geärgert. Beim Surface Go vermisse ich keine zusätzliche Maus.

Surface Go TypeCover mit Touchpad

Genug Leistung für Office & Co.

Das Surface Go gibt es in zwei Versionen. Die günstige Variante hat 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicherplatz. Für diesen Test nutze ich das Surface Go mit 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Speicherplatz.

Das Surface Go ist sicher nicht für professionellen Video-Schnitt in HD oder für 3D-Spiele mit aufwändiger Grafik gedacht. Im Schulalltag muss ein Computer stattdessen bei typischen Office-Aufgaben oder beim Surfen im Internet glänzen und reibungslos funktionieren. Schüler sind ungeduldig, Lehrer brauchen Verlässlichkeit.

Mein Eindruck: Alle üblichen Apps und Anwendungen startet das Surface Go ausreichend schnell. Lehrer nutzen ja vor allem Programme wie Outlook, Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Hier kommt das Surface Go nicht ins Schwitzen, denn Windows 10 als Betriebssystem und Office 365 sind ein eingespieltes Team.

Microsoft OneNote auf dem Surface Go

Auch bei einfacher Bildbearbeitung mit der Fotos-App, beim Video-Streaming und beim Surfen im Internet braucht das Tablet kaum „Denkpausen“. Mit verschiedenen Browsern und vielen geöffneten Tabs fordere ich das Surface Go heraus. Das System bleibt selbst bei übertriebenem Multitasking noch bedienbar. Es ist sicher kein Hochleistungs-Rechner. Für alle typischen Aufgaben im Lehrer- und Schüleralltag reicht die Leistung aus meiner Sicht aber locker aus.

Längere Wartezeiten entstehen nur beim Herunterladen und Installieren von Updates. Nach Abschluss ist die Performance des Surface Go aber wieder voll in Ordnung.


Akkulaufzeit mit Abstrichen: Mit dem Surface Go (fast) durch den Tag

„Bis zu 9 Stunden Videowiedergabe“ verspricht das Surface Go laut Microsoft. Bei Angaben zur Akkulaufzeit bin ich grundsätzlich skeptisch. Die Dauer hängt von zu vielen verschiedenen Aspekten wie der Bildschirmhelligkeit oder den laufenden Programmen ab.

Meine bisherige Erfahrung: Bei durchschnittlicher Nutzung mit typischen Aufgaben – Mails checken, parallel im Web surfen, dabei Musik hören – komme ich auf rund 6 Stunden kontinuierlicher Betriebszeit ohne Pausen. Mit einem bewussteren Umgang kann man die Akkulaufzeit des Surface Go sicher noch um ein paar Minuten verlängern. Dazu gehört zum Beispiel auch das Aktivieren des „Dark Mode“ in Windows 10, damit das Display weniger Strom verbraucht.


Welche Anschlüsse hat das Surface Go?

Mit dem originalen Ladegerät lässt sich das Surface Go in knapp zwei Stunden voll aufladen. Alternativ soll das auch per USB-C funktionieren, dauert aber spürbar länger und klappt nicht bei jedem Stromspender. Auf Reisen würde ich mich nicht auf USB und ein Handy-Ladekabel verlassen.

Ein DVD- oder CD-ROM-Laufwerk erwartet man bei einem kleinen Tablet natürlich nicht. Einen klassischen USB-Port – zum Beispiel für USB-Sticks oder zum Anschließen anderer Hardware – hat das Surface Go aber auch nicht. Das finde ich gewöhnungsbedürftig und habe mir vorsichtshalber einen Adapter besorgt. Mit einer MicroSD-Speicherkarte kannst Du den Speicherplatz anderweitig vergrößern. Alternativ lohnt es sich beim Surface Go, Dateien vor allem in der Cloud abzulegen.

Anschlüsse von links nach rechts: Kopfhörer-Ausgang, USB-C, Surface Connect (Ladegerät), microSD-Slot

Zum Lehreralltag gehört auch das Präsentieren von Inhalten. Das Surface Go hat keinen Mini-Displayport (anders als das Surface Pro). Einen Beamer oder Fernseher kannst Du nur per USB-C anschließen. Dafür brauchst Du ggf. einen Adapter. Alternativ kannst Du je nach Monitor auch eine drahtlose Verbindung herstellen („Miracast“).

In einem separaten Blog-Artikel erkläre ich Dir, wie Du das Surface mit einem Beamer, TV-Gerät oder Smartboard verbindest – mit oder ohne Kabel.


Fazit: Taugt das Surface Go für Lehrer und Schüler?

Das Surface Go für Lehrer:

Das Surface Go ist leicht und mobil. Deshalb kannst Du es gut unterwegs nutzen, aber auch im Klassenzimmer – wahlweise als Tablet-PC oder als kleinen Laptop. Für die meisten Aufgaben im Schulalltag ist die Leistung mehr als ausreichend. Gleichzeitig wirkt das Surface Go hochwertiger und robuster als viele Billig-Geräte anderer Hersteller. Tastatur-Cover und Surface Pen sind aus meiner Sicht Pflicht-Zubehör, auch wenn Du das Surface Go nur als Zweitgerät nutzen willst.

Wer anspruchsvollere Programme nutzen möchte und deshalb mehr Leistung braucht, sollte sich ggf. lieber für das größere Surface Pro entscheiden. Es hat einen größeren Bildschirm und mehr Anschlüsse, ist aber auch deutlich teurer.

Das Surface Go für Schüler / Studierende:

Weil das Surface Go so leicht und mobil ist, passt es gut als Begleiter in die Schultasche. Zum digitalen Mitschreiben im Unterricht kenne ich kein handlicheres Gerät. Die Leistung reicht auch für viele andere Aufgaben aus. Dank Windows 10 und Office 365 ist das Surface Go kein Spielzeug, sondern ein ernst zu nehmendes Arbeitsgerät. Meiner Meinung nach ist es vielseitiger als ein iPad oder Android-Tablet.

Welche Erfahrungen hast Du mit dem Surface Go gemacht? Ist das Surface Go aus Deiner Sicht für den Einsatz in Schule und Unterricht geeignet? Ich freue mich auf Deine Meinung als Kommentar unter diesem Artikel!

4 Gedanken zu „Surface Go im Test: Mini-Tablet für Schule und Unterricht

  1. Pingback: Jonny Rabe, Lehrer im Surface-Interview | Surface für Lehrer

  2. Pingback: Mone Denninger, Lehrerin im Surface-Interview | Surface für Lehrer

  3. Haben sie auch Programme wie den Unterrichtsmanager von Cornelsen getestet? Selbst auf meinem Surface Pro 3 dauert es circa. 15 Sekunden von einem Englischbuch ins andere zu wechseln. Wenn das Go hier über 20 Sekunden braucht wäre es wohl nichts für mich. Wie schlägt es sich bei solchen Programmen, die zwar nicht so rechenintensiv wie Videoschnitt sind aber eben doch deutlich länger beim Start brauchen als z.B. Word? (Wenn man auf Windows 10 gewechselt hat, auf 10s läuft solche Software ja gar nicht

    • Das spricht dann wohl eher gegen die Software von Cornelsen. Selbst umfangreichere Programme wie Bildbearbeitung oder Audioschnitt laufen bei mir recht flüssig – auf dem Surface Go mit 8 GB RAM.

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